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Ein Blog für Frauen mit Gedanken über den Körper, den Neubeginn und das Leben zwischen Krise und neuer Kraft.
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WENN DAS LEBEN DICH AUSBREMST – WIE EINE SCHWERE ERKRANKUNG MICH ZU MIR SELBST GEBRACHT HAT
Ich bin Sternzeichen Widder – und offenbar vieles was man Widdern nachsagt. Schnell, impulsiv, treibende Kraft, willensstark.
Und so habe ich mein Leben auch lange gelebt. Schnell, nicht getrieben – sondern gerne zackig. Organisiert, leistungsfähig, belastbar. Ich mochte Tempo. Verantwortung. Entscheidungen.
Ich war jemand auf den man sich verlassen konnte – und auf die ich mich selbst verlassen habe.
Mein Alltag war voll. Aber er war mein Alltag. Ich hatte Pläne. Ziele. Bewegung nach vorn. Go, go, go.
Und dann kam etwas das all das abrupt unterbrochen hat.
Eine schwere Erkrankung hat mich aus meinem eigenen Leben ausgebremst. Nicht langsam. Nicht schleichend. Sondern plötzlich und völlig unerwartet. Schwerkrank mit zwei Kindern.
Von einem Tag auf den anderen war vieles nicht mehr möglich. Nicht weil ich nicht wollte – sondern weil mein Körper nicht mehr konnte. Ein Zustand wie ich mich noch nie erlebt hatte. Und in dem ich mich überhaupt nicht leiden konnte. Alles viel zu zäh, viel zu langsam, viel zu abhängig.
Ich wurde langsamer. Abhängiger. Still. Und manchmal fühlte ich mich dabei seltsam außen vor – als wäre das überhaupt nicht mehr mein Leben.
Was mich am meisten überrascht hat war nicht die körperliche Erschöpfung – die war vor allem nervig und vorallem anstrengend. Es war die innere Leere die sich breitgemacht hat als das Funktionieren wegfiel.
Wer bin ich eigentlich, wenn ich nicht mehr schnell bin? Wenn ich nicht organisiere, antreibe, verantworte? Wenn das was mich jahrelang definiert hat plötzlich keine Rolle mehr spielt?
Ich bin nicht in eine Sinnkrise gefallen, weil alles schlecht war. Sondern weil plötzlich Raum da war. Und Fragen, für die ich vorher keine Zeit hatte.
Und dann noch Sätze wie "Höchste Zeit dass Du mal runterschaltest" oder "Dein Tempo kann ja nur ungesund sein". Also nicht nur totkrank – sondern auch noch selbstschuld?!
Das Dazwischen – zwischen dem alten Ich und etwas Neuem – war unbequem. Still. Unsicher. Und es hat lange gedauert.
Aber es war auch der Anfang von etwas das ich lange übersehen hatte: mich selbst.
Was die Krankheit wirklich mit mir gemacht hat
Ich habe gelernt mal wieder in mich reinzuhören. Mich zu fragen, ob an den subtilen Vorwürfen vielleicht was dran war. Sollte ich tatsächlich mal Tempo rausnehmen?
Hab ich getan. Und – vorab – es kamen nicht nur schöne Wahrheiten ans Licht. Ich habe mich gehäutet und gehäutet und bin heute wahrscheinlich näher an mir selbst als je zuvor.
Für mein Umfeld war das zunächst nicht sehr angenehm. "Was hat sie denn auf einmal? Sie ist doch wieder gesund!"
Ja. Ich bin wieder gesund.
Aber ich passe irgendwie nicht mehr so recht in mein altes Leben. Oder passt mein altes Leben vielleicht nicht mehr so recht zu mir?
Wie ich in dieser Zeit meinen Alltag Schritt für Schritt neu aufgebaut habe habe ich hier beschrieben: Routinen nach einer Krankheit – wie ich Schritt für Schritt zurückgefunden habe]
Und wie sich diese bleierne Erschöpfung angefühlt hat die plötzlich da war wo vorher pure Energie war habe ich hier ehrlich aufgeschrieben: Warum Frauen ab 50 ständig müde sind
Was mir in dieser Zeit wirklich geholfen hat
In dieser Phase des Innehaltens – zwischen dem alten und dem neuen Ich – haben mich ein paar Dinge wirklich begleitet.
Das Buch "Ikigai – die japanische Lebenskunst" hat mir geholfen die entscheidende Frage neu zu stellen. Nicht "Was muss ich leisten?" sondern "Was bin ich wirklich?" Das klingt einfach – aber für jemanden der sich jahrelang über Leistung definiert hat war das eine Revolution.
Und weil mein Kopf in dieser Zeit oft nicht zur Ruhe kam hat mir ein kleines Notizbuch geholfen – einfach abends drei Sätze aufschreiben. Was war heute gut. Was hat mich belastet. Was möchte ich morgen anders machen. Simpel. Aber wirksam.
Für alle die nach einer belastenden Phase auch körperlich wieder Boden unter den Füßen finden wollen: meine Erfahrungen mit Ernährung und Darmgesundheit nach der Erkrankung habe ich hier geteilt: Ernährung nach Darmkrebs-OP – diese 4 Lebensmittel haben meinen Darm gerettet
Dieser Blog entsteht genau aus diesem Raum
Aus dem ehrlichen Versuch neu zu verstehen was Leben für mich heute bedeutet. Und wie ich es leben will.
Nicht mit dem alten Tempo. Nicht mit dem alten Anspruch. Aber mit mehr Bewusstsein. Mehr Ehrlichkeit. Mehr von mir selbst.
Wenn du dich in diesem Stillstand wiedererkennst – wenn dein Leben dich gerade anhält obwohl du eigentlich weiter wolltest – dann bist du hier richtig.
Denn vielleicht ist genau dieser Moment in dem alles langsamer wird der Beginn von etwas das wirklich zu dir passt. 💛
Schreib mir gerne in die Kommentare – wann hat dein Leben dich zuletzt ausgebremst? Und was hat das mit dir gemacht?
Ich lese jeden einzelnen und antworte auch.
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